Stadt steht Abbau des Wehrs bei Nendingen skeptisch gegenüber
04.02.2010
Die Stadt Tuttlingen steht dem Abbau des Wehres kurz vor Nendingen zum jetzigen Zeitpunkt skeptisch gegenüber: „Bevor das Wehr abgebaut wird, muss jedes Risiko für unsere Wasserversorgung ausgeschlossen werden“ sagt OB Michael Beck.
Nachdem über das Wehr an der Groß Bruck schon seit längerer Zeit diskutiert wird, steht nun auch das Wehr bei Nendingen auf der Tagesordnung: Das Regierungspräsidium Freiburg hat beantragt, das Wehr baldmöglichst abzubauen. Damit soll zum einen die Gewässergüte der Donau verbessert werden, zum anderen sollen Fische wieder flussaufwärts wandern können.
In seiner Sitzung am Montag stand der Gemeinderat diesem Plan kritisch gegenüber. Der Grund: Durch einen Abbau des Wehres würde nicht nur der Pegel der Donau sondern auch der Grundwasserspiegel sinken. Welche Konsequenzen dies hat, kann aber bis heute niemand mit hundertprozentiger Sicherheit sagen.
Was die Skepsis verstärkt: Das Wehr liegt im Einzugsbereich des Tiefbrunnens am Riedgraben. Bis 120 Liter Wasser pro Sekunde werden dort von den Stadtwerken Tuttlingen gefördert – rund zwei Drittel der Tuttlinger Trinkwasserversorgung stammen von dort.
Im Auftrag der Regierungspräsidiums untersuchte der Geologe Dr. Björn Bahrig mögliche Auswirkungen einer Grundwasserabsenkung. Er stellte dabei zwei potenzielle Risiken fest: So könnte in heißen und trockenen Sommern die Trinkwasserversorgung erschwert werden. Vor allem aber besteht die Gefahr, dass sich die Grundwasserströme verändern – mit der Folge, dass Reste von Altlasten aus einer ehemaligen Deponie an der Ludwigstaler Straße nicht mehr in Richtung Süden sondern nach Norden gespült würden – in Richtung Trinkwasserfassung.
Zwar bezeichnet Bahrig beide Risiken als gering, ausschließen kann er sie aber nicht. Aus diesem Grund hat auch das Regierungspräsidium schon einen Plan vorbereitet, wie man im Falle eines Zwischenfalls das soeben abgebaute Wehr wieder rekonstruieren könnte. Zu den Abbruchkosten von 20 000 Euro kämen in diesem Fall Wiederaufbaukosten von – je nach Ausführung – 10 000 Euro bis 100 000 Euro.
Dass bei den Abrissplänen überhaupt eine Gefährdung des Trinkwassers in Kauf genommen wird, stieß bei vielen Gemeinderäten am Montag auf Unverständnis. Kritisiert wurde außerdem, dass es außerdem Pläne gibt, auch das Wehr beim Ludwigstal und das Wehr an der Groß Bruck abzubauen. Gleichzeitig aber sei die umfassende Studie, die die unterschiedliche Möglichkeiten zur Verbesserung der Gewässergüte im Bereich Tuttlingen sowie ihre Folgen untersucht, noch in Arbeit. Folglich sei nicht einzusehen, dass man schon jetzt über den Abbau eines einzelnen Wehres entscheide.
Mit großer Mehrheit beschloss der Gemeinderat daher, eine Verlängerung der Frist bis zur Vorstellung der Gesamtstudie zu beantragen. Und falls durch sie die Sorgen beseitigt würde, stehe man einem Abbau des Nendinger Wehrs nicht ablehnend gegenüber. Anders verhalte es sich nach wie vor mit dem Wehr an der Groß Bruck: „Dieses Wehr“, so OB Beck, „prägt schließlich unser Stadtbild.“
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Trink(Grund)wasser Riedgraben und mögliche Auswirkungen bei einem Wegfall des sog. Nendinger Wehrs wie vom Reg.-Präsidium beabsichtigt (Abstau der 70-80 cm Stufe, davor befindet sich noch das 2 m hohe Wehr Ludwigstal, beide im Landeseigentum, Stadt wird im Verfahren gehört, Entscheidung lieget beim Landkreis), war ein weiteres spannendes Thema der GR-Sitzung am gestrigen Montagabend Stadtrat Moser sieht Risko für die Trinkwasserversorgung und hält eine sehr eloquente und fundierte Rede in der er für eine Beibehaltung des satus quo plädiert, wenn er die Gesundheit der Bevölkerung mit Durchgängigkeit für Fische und Kleinstlebewesen gewichtet. OB Beck erwähnt die Pläne zum Bau eines Wasserkraftwerks in TUT. Seiberlich (CDU): warum nicht eine raue Rampe? Antwort RP: Kosten bei 86.000 Euro. Egle (CDU): Altarm bei Hochwasser einbeziehen. Moser (SPD): 70 % des Trinkwassers kommen aus dem Riedgraben. existenziell für TUT. Kritik: Unterlagen erst heute als Tischvorlage zugegangen. 19.15 Uhr geht Stadträtin S. Bühler (SPD) OB Beck will weitere Fristverlängerung. Will Anstimmung über Fristverlängerung. RP verweist darauf, dass bereits der von der Stadt vorgeschlagene Hydrogeologe eingeschlaltet wurde, der ja auch referiert habe. Enthaltung Czerny Nein Weber, Schmidt-Böhme, Dr. Martin, Kreidler aus: http://tuttlingen.mixxt.de/networks/forum/thread.19664:4#posting_19664_138966
Schoen, dass die Meinung der Verwaltung dargestellt ist. Aber es geht nicht daraus hervor, dass es unterschiedliche Einschaetzungen bei der Wassergefaehrdung gab. Schade, dass keine Differenzierung vorgenommen wird. Ist halt doch eine Verwaltungsseite und keine journalistische.